Cairns und Umgebung: der tropische Nordosten Australiens

Der tropische Nordosten Australiens ist mit Cairns und Umgebung ein sehr beliebtes Reiseziel. Diese Region in Queensland gilt als absolutes Highlight für Natur-Sehenswürdigkeiten. Hier treffen einer der ältesten Regenurwälder auf das größte Korallenriff der Welt. Das Ergebnis sind eine einzigartige Flora und Fauna. Und das wollte ich mir unbedingt mal ansehen.

 

Nach einem kurzen Stopp in Sydney mache ich mich auf den Weg in den tropischen Nordosten Australiens.

Der Flug nach Cairns dauert genau 3 Stunden und ich komme kurz vor Sonnenuntergang an.

Mit dem Taxi geht es ans Meer nach Palm Cove, wo ich eine Ferienwohnung gemietet habe. 

 

 

Palm Cove

Der kleine australische Ferienort liegt direkt am Meer. Der endlose Strand ist, wie der Ortsname schon vermuten lässt, palmengesäumt. 

 

Das Wasser ist grünlich, der Sand goldgelb. Der sieben Kilometer lange und menschenleere Strand lädt zu ausgiebigen Spaziergängen oder Joggingrunden ein.


Strand bei Palm Cove
Strand bei Palm Cove

 

Meine sehr modern eingerichtete Ferienwohnung liegt nur wenige Meter von der Strandpromenade entfernt.

Im Ort gibt es zahlreiche Restaurants und auch 2 Dorfläden. Beides nicht unbedingt günstig, sondern dem australischem Preisniveau von Lebensmitteln entsprechend teuer. Aber für einen Kaffee oder einen Snack durchaus zu empfehlen.

 

Den ersten Tag verbringe ich am Strand, an der Promenade und in den Läden von Palm Cove. Ich erhole mich noch von meinem Jetlag, den ich auf meiner Reise nach Sydney bekommen habe. 

 

Promenade in Palm Cove
Promenade in Palm Cove

 

Leider ist die Stinger oder Quallensaison noch nicht ganz vorbei, das Baden im Meer nur mit Neoprenanzug möglich. Im tropischen Nordosten Australiens sind zwei der giftigsten Quallenarten beheimatet.

 

Die Irukandji- und die Würfelqualle, auch Box-Jelly-Fish genannt, sind im Wasser quasi unsichtbar. Ihre Tentakel sind meterlang und nur ein Kontakt zu ihnen kann einen Menschen umbringen. Deshalb sind am Strand überall zur ersten Hilfe Essigflaschen zur Verfügung gestellt.

 

Nach einem Kontakt mit den Quallen, der übrigens sehr schmerzhaft sein soll, empfielt es sich, die Stelle ausgiebig mit Essig zu spülen. Dies soll die weitere Verbreitung des Gifts verhindern.


 

Green Island und das Great Barrier Riff

Wenn man den tropischen Nordosten Australiens besucht, dann ist ein Ausflug zum Great Barrier Riff fast ein Muss. 

 

Das Great Barrier Riff ist das größte Riff der Welt und es gibt mehrere Möglichkeiten es zu besuchen. Man kann einen Schnorcheltrip buchen oder man kann eine der Inseln besuchen und das Riff per Glasbodenboot besichtigen. 

 

 

Bei meinem Besuch entscheide ich mich für einen Tagesausflug auf die Insel Green Island. Green Island ist auf dem inneren Great Barrier Riff gelegen und ist eine kleine Koralleninsel.

 

Per Bus geht es erst einmal nach Cairns an den Hafen, wo ich die Fähre nach Green Island nehme. 

 

Auf der Insel angekommen werde ich leider ein wenig enttäuscht: das kleine Korallenidyll ist zu einem Einkaufsparadies mit zahlreichen Souvenirläden und einem überteuerten Restaurant umgestaltet worden.

 

Von der ursprünglichen Vegetation auf der Insel ist bedauerlicherweise nicht mehr so viel übrig. Die Insel hat einen fast weißen Sandstrand, bei sonnigem Wetter leider etwas überlaufen.

Nachdem ich in der Schlange warte, geht es mit einem Glasbodenboot auf das vorgelagerte Riff. Dort sehe ich die wunderschöne Unterwasserwelt: farbenprächtige Korallen, Seeanemonen, Fische und Schwämme kann ich erkennen. Eine Schildkröte taucht kurz auf....wunderschön! So habe ich es mir, zumindest unter Wasser, vorgestellt.

 

Im Nachhinein bereue ich ein wenig, dass ich nicht mit einem Schnorcheltrip das äußere Riff besucht habe. Wahrscheinlich hätte ich so mehr vom Riff und von der wunderschönen Unterwasserwelt gesehen. Klar, ich hätte wegen der Quallen einen Neoprenanzug anziehen müssen und der Ausflug wäre deutlich teurer gewesen.

Ich hatte ja schon 150 Euro für den Ausflug zum Daintree und Kap Tribulation am nächsten Tag ausgegeben...

 

 

An einigen Stellen sind die farbenprächtigen Korallen und Schwämme so nah an der Wasseroberfläche, dass ich sie direkt vom Steg der Insel aus sehen kann. Auch viele Fische und Schildkörten kann ich erkennen...es ist wirklich beeindruckend!

 

Korallenriff bei Green Island
Korallenriff bei Green Island

 

Port Douglas: verschlafenes Idyll

 

Mein Ausflug zu einem der ältesten Urwälder der Welt geht in Richtung Norden entlang der Küste erst einmal nach Port Douglas.

 

Bis vor einigen Jahren war dieser Ort verschlafen und mehr als ein paar Einheimische und Angestellte der Zuckerrohrplantagen hielten sich hier nicht auf.

 

Nach dem Bau von mehreren großen Hotelanlagen ist Port Douglas ein beliebtes Ferienziel für Australier und viele Asiaten geworden.

 

Trotzdem wirkt der Ort in den Nebensaison ziemlich entspannt. Der Hafen mit zahlreichen Bötchen und der Ortskern mit einigen alten australischen Gebäuden ist ziemlich gemütlich und hat viel Flair.

 

Nach einer kurzen Kaffeepause am Hafen mit Blick auf die kleinen Yachten geht es weiter zum Daintree Forest und Kap Tribulation.

Dieses Gebiet ist ein 1200 Quadratkilometer großes Naturreservat und wurde nach dem australischen Geologen Richard Daintree benannt.

Es ist der größte zusammenhängende tropische Regenwald des australischen Kontinents. Am Kap Tribulation trifft dieser älteste tropische Urwald auf das größte Riff der Welt.

 

Ich bin ziemlich gespannt, was mich dort erwartet! Die Spannung steigt.

 

 

Hafen von Port Douglas
Hafen von Port Douglas

 

Urwald trifft auf Riff: Daintree Forest und Kap Tribulation

 

Die Fahrt über den Captain Cook Highway führt uns nach ca. 2 Stunden in das Naturschutzgebiet Daintree Rainforest.

 

Zuerst fahren wir mit einer Autofähre über den Daintree Fluss. Hierbei darf niemand sein Fahrzeug verlassen - in dem Fluss leben Salties oder Salzwasserkrokodile!

 

Nach einer kurzen Trink- und Esspause fahren wir durch tiefste Vegetation. Auf unserem Weg sehen wir zahlreiche Palmen, Farnarten und riesige Bäume. Die tropischen Pflanzen nehmen fast die schmale und kurvige Straße ein.

 

Daintree Fluss
Daintree Fluss

 

Nach einem Halt fahren wir mit einem Motorboot über den Daintree River und versuchen Salzwasserkrokodile in freier Wildbahn zu sehen. Nach ca. 15 Minuten Fahrt mit dem Boot und mit ausgeschaltetem Motor sehen wir endlich eins.

 

Laut Reiseleiter ist es aber nur ein junges und somit auch kleines Exemplar. Später sehen wir noch eins, das ist etwas größer.

 

Im ganzen Nordosten Australiens sind mehrere Krokodilarten heimisch. Manchmal kommen sie dem Menschen auch gefährlich nahe. Es wird insbesondere in der Nähe von Gewässern aller Art mit großen Tafeln vor Krokodilen gewarnt. Der Aufenthalt am Rande der Gewässer wird nicht empfohlen...

 

 

Nach unserer kleinen Bootstour über den Daintree River geht es nun weiter zu einem Entdeckungspfad durch den Urwald. Die Vegetation hier ist beeindruckend.

 

Ich bestaune uralte und ziemlich große Palmfarne, die es nur hier gibt. Auch Mangrovenbäume ragen mit ihren Wurzeln aus dem relativ trockenen Boden.

 

Zum Glück ist jetzt Trockenzeit, sonst wäre es hier wegen der feuchten Hitze und der vielen Mücken nicht auszuhalten, so unser Reiseleiter.

 

Australischer Palmfarn
Australischer Palmfarn

 

Unsere Tour führt uns weiter bis an das Kap Tribulation. Ein absolut naturbelassener und wunderschöner weißer Sandstrand erwartet mich dort. Es ist menschenleer und man hört nur entfernt den Wellengang.

 

Baden wird hier ebenfalls wegen der Quallen und Krokodile nicht empfohlen. Damit muss man im tropischen Nordosten Australiens nun mal leben. 


Strand am Kap Tribulation
Strand am Kap Tribulation

 

Im Daintree Forest lebt ein ganz besonderes Tier: der Helmkasuar. Dieser vom Aussterben bedrohte Vogel ist flugunfähig und kann bis zu 1.80 m groß werden.

Mit seinem blauen Hals und seinem Kamm sieht er besonders merkwürdig aus. Die Tiere sind sehr scheu und man bekommt sie angeblich am Strand von Kap Tribulation manchmal zu sehen. Leider hatte ich kein Glück und habe auf meiner Tour keinen dieser Vögel sehen können.

 

 

Das Mittagessen findet auf einem kleinen Picknick-Platz mitten im Urwald statt. Unser Reiseleiter hat ein kaltes Buffet aufgebaut. Das Essen nehmen wir mit Blick auf einen glasklaren Bach, indem sich kleine Süßwasserschildkröten und Fische tummeln, ein. Eine herrliche Ruhe kann man hier mitten in der dichten Vegetation genießen!

 

Daintree Forest
Daintree Forest

 

Einzigartige Flora und Fauna

Im Nachhinein bin ich froh, dass ich am Strand vom Kap Tribulation oder im Daintree Forest keinen Helmkasuar in freier Wildbahn getroffen habe!

Nachdem ich auf YouTube zahlreiche Videos gesehen und Erzählung von Einheimischen zugehört habe, wäre ich beim Anblick eines solchen Vogels wahrscheinlich weggerannt.

 

Es wäre nicht ganz ungefährlich gewesen, denn gerade die Flucht kann diese Tiere zum Angriff mit ihren gefährlichen messerscharfen Krallen bewegen.

 

Weil ich diese faszinierenden Vögel nicht in freier Wildbahn zu Gesicht bekam, besuchte ich Hartley’s Crocodile Adventures. Dies ist ein Gehege mit zahlreichen australischen Tieren circa 30 km von Palm Cove entfernt.

 

Helmkasuar
Helmkasuar

 

Dort konnte ich Helmkasuare, Koalas, rote Kängurus, Wallabys und weitere australische Vogelarten sehen. Die Kängurus waren sehr zutraulich und wollten sogar gestreichelt werden.


 

Anreise und Herumkommen

Mein Multistopp-Flug nach Australien habe ich bei Emirates direkt gebucht. So bekam ich auch ein Deutsche Bahn Ticket umsonst zum Frankfurter Flughafen. Etihad, Qantas oder Singapore Airlines bieten ebenso Flüge mit Zwischenstopp-Paketen und Uebernachtung an.

 

Meine Reise nach Australien beinhaltete einen mehrtägigen Stopp in Dubai und einen mehrtägigen Stopp in Sydney und viel Zeit in Cairns. Auf dem Rückweg habe ich ebenfalls in Dubai gehalten. So habe ich die Zeit für zahlreiche Ziele optimal genutzt und die Flüge waren für mich erträglicher.

 

In Australien herrscht Linksverkehr. Das ist für Selbstfahrer nicht jedermanns Sache. Wer sich traut, kann einen Mietwagen ausleihen. Der Verkehr ist in Cairns und Umgebung relativ entspannt, für mitteleuropäische Verhältnisse sehr gut zu fahren.

 

Auch für Fußgänger ist es im Linksverkehr nicht so einfach, wenn man bisher nur Rechtsverkehr gewohnt ist. Vorsicht beim Überqueren von Straßen! Da habe ich am Anfang meiner Reise nämlich immer in die falsche Richtung geschaut!

 

Es gibt mehrere Busverbindungen von Palm Cove nach Cairns Stadt und zum Flughafen. Zahlreiche Shuttle-Services werden ebenfalls angeboten und sind etwas günstiger als die herkömmlichen Taxis. Der Taxi-Service kostet hier ähnlich viel wie in Deutschland.

 

Die Entfernungen in Australien sind enorm. Deshalb ist es nicht üblich, Strecken zu Fuß zurückzulegen.

Die Gehwege waren in Palm Cove nur 1-2 Straßen von der Strandpromenade entfernt überhaupt vorhanden.

 

Unterkunft und Verpflegung

In der Region gibt es zahlreiche Unterkunftmöglichkeiten: viele Hotels, Bed & Breakfast und jede Menge Ferienwohnungen für Selbstversorger. Diese letzte Option wird von Australiern ziemlich oft genutzt und ist meistens die günstigste.

Den Link zu meiner Ferienwohnung in Palm Cove findest du hier. Ich habe sie über booking.com gebucht.

 

Lebensmittel sind in Australien generell verglichen mit Deutschland sehr teuer. Auswärts essen ist es noch mehr! Ein Hauptgericht in einem typischen Restaurant in Palm Cove kostet ab 25 Euro - ohne Getränk. Deshalb habe ich mich in Palm Cove komplett selbst versorgt. So konnte ich viel Geld sparen und stattdessen mehrere Ausflüge unternehmen.

 

Bei der australischen Supermarktkette Coles habe ich online eine Bestellung mit meinen Lebensmitteln aufgegeben. Geliefert wurde direkt bis an die Haustür am nächsten Tag. Das Gute daran war, dass die erste Lieferung ohne Aufpreis ist.

Leider habe ich den Fehler gemacht und bin für eine Tüte normale Haferflocken in den Dorfladen gegangen und habe Sage und Schreibe 10 Euro bezahlt! Das hat echt weh getan!

 

Ausflüge und Aktivitäten

Da in Australien generell das Preisniveau hoch ist, sind auch Ausflüge oder Eintrittskarten für Sehenswürdigkeiten relativ teuer.

Häufig gibt es Rabatte wenn man mehrere Ausflüge zusammen bucht. Man muss aber explizit danach fragen! So habe ich 10% Nachlass auf meine beiden Ausflüge Green Island und Daintree Forest bekommen. Zusammen habe ich 220 Euro statt 240 Euro bezahlt. Immerhin!

 

 

Es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich in Australien war. Für das nächste Mal habe ich mir Melbourne, Perth und die Gold Coast vorgenommen!

 

 

Ich hoffe euch hat mein Reisebericht zu Cairns und dem australischen Nordosten gefallen. Wart ihr auch schon dort? Wie war es? Würde mich über eure Kommentare freuen.

Ich heiße Samantha, wohne zur Zeit in einer Kleinstadt in Baden-Württemberg. Meine Leidenschaft ist das Reisen. Ich bin geboren und aufgewachsen in Südamerika und bin schon als Kind mit meinen Eltern viel und weit gereist. Ich leide ständig unter Fernweh, erkunde aber auch sehr gerne meine nächste Umgebung. Ich lebe nach dem Motto: Nach der Reise ist vor der Reise! Lass dich von meinen Reiseberichten und Tipps inspirieren!

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