Cartagena - Karibisches Flair mit Piratenvergangenheit

Cartagenas Altstadt

Cartagena ist die Stadt mit den meisten Touristen in Kolumbien. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Zum einen fasziniert die Stadt durch ihr koloniales Erbe. Cartagena gilt als die Perle der Karibik und ist eine der bezaubernsten Kolonialstädte Südamerikas.

 

In den letzten Jahren erlebt die Stadt einen touristischen Boom durch die vielen Besucher der Kreuzfahrtschiffe, die mittlerweile die Stadt anfahren.

 

Die Strände vor den Toren der Altstadt locken viele Touristen. Wer hier aber weißen Sand erwartet wird enttäuscht. Der Sand ist grau, das Wasser dagegen karibisch warm.

 

In Cartagena ist Geschichte sichtbar, und das finde ich persönlich an der Stadt am spannendsten. Die Stadt wurde 1533 bei der spanischen Kolonialisierung Südamerikas von Pedro de Heredia gegründet und hat noch heute ein einzigartiges historsiches Zentrum.

 

Das komplett ummauerte historische Zentrum wurde 1959 zum nationalen Kulturerbe Kolumbiens erklärt. Die Festung und die Stadtteile Centro mit der Kathedrale und zahllosen Palästen im andalusischen Stil, dem Viertel der Händler und dem zahlenmäßig kleinen Bürgertum San Diego sowie Getsemaní, dem Viertel der kleinen Leute, gehören dazu. Seit 1984 ist die Altstadt von Cartagena UNESCO Weltkulturerbe.

 

Plaza de la Aduana
Plaza de la Aduana

 

Beim Schlendern durch die Altstadt sollte man vorsichtig sein. Es sind viele schnelle Motorräder und Taxis unterwegs, die nicht unbedingt viel Rücksicht auf Fußgänger nehmen. 

 

Wie überall in Großstädten sollte man Acht vor Kleinkriminalität geben. Auch hartnäckige Verkäufer nerven ab und zu. Einige Verkäufer haben die Angewohnheit ihren Kunden erst etwas zu schenken (sie bestehen darauf!), um später am Hoteleingang das Geld zu verlangen.

 

Manch anderer Verkäufer verlangt sogar Geld, ohne dass man je Ware erhalten hat!

 

 

Da Cartagena seit einigen Jahren Ziel von Kreuzfahrtschiffen ist, wurden zahlreiche alte Gebäude, koloniale Herrenhäuser und Paläste herausgeputzt. Es besteht große Ähnlichkeit zu San Juan in Puerto Rico oder Havanna auf Kuba.

 

Cartagena lässt sich gut zu Fuß erkunden und man gelangt so an viele malerische Ecken und Plätze. Natürlich sind nicht alle Straßenzüge voll renoviert, das macht aber den karibischen Charme aus.

 

Sehenswert sind die Kirche San Pedro Claver und die Kathedrale von Cartagena, beide schön anzusehen mit ihren pastellfarbenen Kuppeln...

Plaza de la Aduana und Plaza de los Coches bezaubern mit ihren bunt bemalten mehrstöckigen Kolonialhäusern. Die Plaza de San Pedro Claver vor der gleichnamigen Kirche ist ebenfalls in der Nähe.

 

An zahlreichen Ecken können leckere Arepas oder Buñuelos gegessen werden. Arepas sind knusprige Maisfladen meistens mit Käse gefüllt oder belegt. Buñuelos sind frittierten Teigkugel, salzig und süß zugleich! Auf frische Säfte, die ebenfalls angeboten werden, haben wir allerdings aus hygienischen Gründen verzichtet.

 

Kirche San Pedro Claver
Kirche San Pedro Claver

 

Cartagena war Umschlagplatz für Gold und Edelsteine, Waffen und Pferde. Deshalb wurde die Stadt mehrmals von Piraten wie Sir Francis Drake belagert, angegeriffen und geplündert.

 

Um sich zu schützen, ließen die Spanier von Sklaven aus Afrika eine riesige Wehranlage inklusive Befestigungen vor den Toren der Stadt errichten. Zusätzlich bauten sie einen kilometerlangen Schutzwall.

 

Lohnenswert ist der Besuch des sehr gut erhaltenen Castillo de San Felipe. Allerdings ist es im Inneren der Katakomben sehr heiß und stickig!

 

Castillo de San Felipe de Barajas
Castillo de San Felipe de Barajas

 

Bocagrande - Touristisches Zentrum vor den Toren der Altstadt

Bei der Wahl der Unterkunft bietet Cartagena zahlreiche Möglichkeiten. Wenn der Schwerpunkt das Besichtigen der Altstadt ist, sollte man ein Hotel im Zentrum wählen. Viele dieser Boutique-Hotels befinden sich in schönen Kolonialhäusern unter Denkmalschutz.

 

Wir wählten bei unserer zweiten Cartagena Reise ein großes Hotel vor den Toren der Stadt direkt am Meer. Diese sind oft günstiger als die angesagten Unterkünfte in der Altstadt. Viele kolumbianische Touristen buchen ihre Unterkunft in Bocagrande.

 

Der Vorteil ist, man hat stetige Meeresbrise und ein Zimmer mit Blick aufs Meer. Die meisten kolumbianischen Touristen bevorzugen diese Variante, da sie vor Allem gerne im Meer baden. Die Angebote der Hotels in Bocagrande beinhalten oft alle Mahlzeiten und Getränke. Klar, Bocagrande besteht aus vielen Wolkenkratzern, die es auch in vielen anderen Großstädten zu sehen gibt.

 

Cartagenas Altstadt von Bocagrande aus
Cartagenas Altstadt von Bocagrande aus

 

Ein Abstecher zur Insel Baru

Mit dem Boot kann man vom Hafen in Cartagena zu zahlreichen Inseln kommen. Sehr touristisch aber durchaus einen Tagesausflug wert sind die Islas del Rosario oder die Insel Baru.

 

Wer Cartagenas graue Strände nicht mag, findet auf Baru hellen Sandstrand und klares, sehr warmes Wasser. Karibik pur eben.

 

Als ich das letzte Mal diese Insel mit dem Boot besuchte, war der Strand nahezu unberührt. Nur wenig Touristen und so gut wie keine Strandverkäufer hielten sich hier auf. In den letzten Jahren wurden allerdings ein Hotel und eine Straße gebaut, so dass es heute viel mehr Besucher gibt. Zur Hochsaison um Weihnachten und Ostern herum ist dieser schöne Fleck leider überlaufen.

 

Insel Baru
Insel Baru

 

Hat euch der Artikel gefallen? Wart ihr auch schon in Cartagena? Ich würde mich über eure Meinung oder Kommentare freuen!

Ich heiße Samantha, wohne zur Zeit in einer Kleinstadt in Baden-Württemberg. Meine Leidenschaft ist das Reisen. Ich bin geboren und aufgewachsen in Südamerika und bin schon als Kind mit meinen Eltern viel und weit gereist. Ich leide ständig unter Fernweh, erkunde aber auch sehr gerne meine nächste Umgebung. Ich lebe nach dem Motto: Nach der Reise ist vor der Reise! Lass dich von meinen Reiseberichten und Tipps inspirieren!

Kommentare: 0