Mexiko: Eindrücke von der Puuc-Route

 

Von der Riviera Maya nach Merida

Von der Riviera Maya machten wir uns auf den Weg nach Merida und der Puuc-Route. Nach vier Stunden Autofahrt legten wir einen ersten Stopp am Cenote Yokdzonot. Cenotes sind natürlich geformte Wasserlöcher. Hiervon gibt es jede Menge auf Yucatan. 

 

Dieser wunderschöne Cenote befindet sich im gleichnamigen Ort und bietet sich als erfrischender Zwischenstopp an. Dort kann man sich im kalten Wasser abkühlen und zudem im dazugehörigen Restaurant lokale Gerichte probieren. Die Dorffrauen bereiten dort herrliche Maistortillas mit einer Füllung aus schwarzen Bohnen zu, sogenannte Panuchos. Die Sauce, die hierzu gereicht wurde, war höllisch scharf!

 

 

Nach 2 Stunden Fahrt erreichten wir nun in strömendem Regen Merida, Hauptstadt vom Bundesstaat Yucatan. Schön anzusehen ist die Kathedrale, die von den Spaniern während der Kolonialzeit aus tempelsteinen der Maya erbaut wurde.

 

Auch einige schön restaurierte und farbig angestrichene Kolonialhäuser verleihen einigen Straßenzügen viel Flair. Leider ist es in der Innenstadt sehr laut, es herrscht viel Verkehr und eine erdrückende Hitze im September.

 

 

In Merida gibt es nicht so viel zu sehen; die Stadt ist aber Ausgangspunkt für zahlreichen Ausflüge und Rundfahrten in der Region.

 

Wir hatten uns für die Ruta de los Conventos und der Ruta Puuc im Süden von Merida entschieden.

Besucht haben wir einige Kolonialstädte, Klöster und Kirchen, alte Haciendas und einige Mayatempel, die gut über unsere Strecke verteilt waren.

 

Die Straßen in Yucatan sind sehr gut ausgebaut und beschildert. Es ist also kein Problem mit dem Mietwagen herumzufahren, Voraussetzung ist ein bisschen Spanisch zu sprechen.

 

 

In den Süden: Ruta de los Conventos

Unsere Route im Süden von Merida besteht aus zwei Teilen: südöstlich nennt man es Ruta de los Conventos und südwestlich Ruta Puuc, beide gehen ineinander über.

 

Unser erster Halt an Tag 2 auf der Ruta de los Conventos war Mayapan. Diese Maya-Ruinenstadt, die wohl um das Jahr 1000 n.Chr. erbaut wurde, hatte baulich gesehen die berühmte Stadt von Chichen Itza als Vorbild.

 

Es sind zahlreiche Ornamente zu sehen, auch Darstellungen des Regengottes Tlaloc, zu erkennen an der langen, nach oben gebogenen Nase.  

Die Anlage ist sehr schön und zum Glück kaum frequentiert. Nach 30 minütiger Besichtigung machten wir uns auf den Weg zum nächsten Stopp, die Kleinstadt Mani.

 

 

In Mani besuchten wir das alte Konvent mit Kirche, die beide aus Ruinensteinen von Mayatempeln durch die Spanier erbaut wurden. In Maní gibt es einige kleine Läden die traditionelle yukatekische Kleider und Folkloreblusen anbieten, genäht und bestickt wird direkt vor Ort.

 

Das von mir ausgesucht wunderschöne Kleid wurde noch schnell im Atelier von den Näherinnen angepasst. Ein super Service!

 

 

Weiter ging es nach einem typisch yukatekischen Mittagessen aus Panuchos nach Labna, eine weitere Maya-Ausgrabung auf dem Weg der Puuc-Route. Dort waren wir die einzigen Gäste am späten Nachmittag.

 

Die Mayatempel auf der Puuc-Route kennzeichnen sich durch aufwendig hergestellte Ornamente, Fresken und Säulen. Auch Masken und geometrische Formen verzieren die Gebäude, man spricht vom sogenannten Puuc-Stil. Diese Formen sind bei anderen Mayatempeln auf Yucatan, wie z.B. an der Karibikküste, nicht so verbreitet.

 

Mayaruinen satt: Labna, Uxmal, Sayil und Kabah

 

Nach unserem Halt in Labna fuhren wir am frühen Abend über die sehr schmale und fast zugewucherte Straße weiter nach Uxmal, wo wir übernachteten. Wir bekamen ein Upgrade in das teurere Hotel Hacienda Uxmal, eine sehr schön hergerichtete, alte Hacienda mit Blick auf Plantagen Felder, die bis heute betrieben werden.

 

Für den nächsten frühen Morgen (Tag 3) hatten wir uns die Ruinen von Uxmal mit großer Wahrsagerpyramide vorgenommen...

 

 

 

 

Die große Pyramide des Zauberers oder Wahrsagers ist einzigartig in ihrer Form, da sie einen runden Querschnitt hat. Sie überragt den Urwaldteppich, was sehr gut von der zweiten großen Pyramide in Uxmal zu sehen ist.

 

Leider ist die Pyramide des Wahrsagers nicht zu besteigen, aber dafür die Zweitgrößte auf dem Gelände.

 

Zahlreiche Ornamente, gut erkennbare Adler und erneut die lange Nase des Regengottes Tlaloc verzieren "Palacio del Gobernador", eines der herrschaftlichen Sitze der damaligen Upper Class mit Blick auf den Ballspielplatz.

 

Es gab in und um Uxmal herum wohl damals wenig Wasser (wenige Cenotes vorhanden), weswegen das Wasser aufwändig hierher transportiert werden musste und ein kostbares Gut war.

 

Nach einem zwei stündigen Besuch verließen wir begeistert Uxmal und fuhren die Puuc Route wieder ein Stück nach Süden um die kleineren Ausgrabungen von Sayil, Xlapak und Kabah zu besuchen. Mayatempel faszinieren mich so sehr, dass ich keine archäologische Städte auf meinem Weg auslassen kann! 

 

 

Es war drückend heiß und sehr feucht als wir in Sayil eintrafen. Auch hier waren wir wie so oft die einzigen Gäste, was mich sehr begeistert. Man fühlt sich ein bisschen wie Indiana Jones...

 

Auch Sayil zeigt uns einen herrschaftlichen Sitz der damaligen Gutbetuchten, seine Front besticht durch zierliche Säulchen, die aufwändig restauriert wurden. Verschiedene Gebäude sind über schmale Urwaldpfade miteinander verbunden, der braune Lehm klebte fest unter unseren Schuhen und die Mücken umkreisten uns.

 

In Kabah, etwas weiter nördlich, ist der Tempel der Masken zu sehen. Wir waren fasziniert von den steinernen Fratzen, die lose vor dem großen Tempel nach Ausgrabung aufgereiht wurden.

 

Koloniales Erbe

Auf dem Weg nach Norden hielten wir bei einem Laden mit Handarbeiten aus Ton und kauften natürlich etwas! Anschließend war eine Erfrischung in einer restaurierten Sisal-Hacienda fällig. Sisal ist eine Naturfaser, die aus der blauen Agave gewonnen wird, und die Yucatan zu damaligen Zeiten sehr wohlhabend gemacht hat.

 

Auf Yucatan gibt es viele alte Haciendas, in denen früher die indigene Bevölkerung für die spanischen Großgrundbesitzer aus der Kolonialzeit gearbeitet hat.

 

 

Unsere letzte Übernachtung führte uns nach Izamal, der gelben Stadt mit dem bekannten Kloster San Antonio de Padua.

 

Dort, wo Papst Johannes Paul II die indigene Bevölkerung Yucatans um Vergebung bat. Er entschuldigte sich für die Greueltaten, die im Namen der katholischen Kirche bei der Kolonisierung der Spanier der urprünglichen Bevölkerung angetan wurden.

 

 

Izamal besticht durch zahlreiche Kirchen und gemütliche koloniale Plätze, alles sehr schön hergerichtet und in gelb. Die Leute sind zurückhaltend, aber sehr freundlich und sprechen fast alle untereinander ihre Mayasprache.

 

Nach dieser eindrucksvollen Tour im Inneren von Yucatan, fuhren wir an Tag 4 zurück an die Riviera Maya zu unserem Hotel in Xpu-Ha.

 

 

Praktische Tipps für einen Besuch der Puuc-Route

  • Unbedingt einen Mietwagen nehmen. Die Straßen sind sehr gut ausgebaut, kaum Befahren und sicher.
  • In und um Mérida gibt es zahlreiche Unterkünfte in allen Preisklassen. Von der Luxus-Hacienda bis hin zum einfachen Hotel oder Pension findest du alles im Internet. Meistens sind die einfachen Hotels auch für europäische Verhältnisse gut ausgestattet, WLAN gibt es fast immer umsonst.
  • Wasser solltest du nirgends aus dem Hahn trinken. Greife lieber immer zu Trinkflaschen, die unterwegs günstig im Supermarkt gekauft werden können.
  • Es ist wichtig Bargeld dabei zu haben. Da momentan der Kurs vom Euro zum Mexikanischen Peso sehr günstig ist, habe ich einige Euros zu einem sehr guten Kurs in Merida getauscht. Es gibt zahlreiche Wechselstuben mit günstigen Kursen.
  • Der Verlauf meines Ausflugs auf der Karte (siehe unten):

 

Hat euch der Artikel gefallen? Wart ihr auch schon in Mexiko? Ich würde mich über eure Meinung oder Kommentare freuen!

Ich heiße Samantha, wohne zur Zeit in einer Kleinstadt in Baden-Württemberg. Meine Leidenschaft ist das Reisen. Ich bin geboren und aufgewachsen in Südamerika und bin schon als Kind mit meinen Eltern viel und weit gereist. Ich leide ständig unter Fernweh, erkunde aber auch sehr gerne meine nächste Umgebung. Ich lebe nach dem Motto: Nach der Reise ist vor der Reise! Lass dich von meinen Reiseberichten und Tipps inspirieren!

Kommentare: 0