Yucatan: 7 geheimnisvolle Mayaruinen - garantiert nicht überlaufen

Mexiko ist ein Traum-Reiseland. Neben leeren, wunderschönen weißen Sandstränden und einem türkisblauen Meer bietet Mexiko auch geschichtlich und kulturell sehr viel.

 

So gibt es zahlreiche alte Ruinenstätte der diversen Hochkulturen Mexikos, z.B. der Azteken, Olmeken und Tolteken. Besonders prominent auf der Halbinsel Yucatan sind Ruinenstätte der Maya. Diese zeichnen sich meist durch ein imposantes zentrales Gebäude, häufig eine Pyramide oder einen Palast und diverse Nebengebäude aus.

 

Tulum
Tulum

 

In Yucatan ist gefühlt an fast jeder Ecke eine Ruinenstätte zu finden. Diese sind zwar meistens deutlich kleiner als Chichen Itza oder Uxmal, werden dafür aber auch nicht viel besucht.

 

Wenn man dazu noch einen Mietwagen hat und mobil ist, kann man so auf eigene Faust beeindruckende Ruinen erkunden und sich ein bisschen wie die früheren Entdecker fühlen.

 

Hier sind 7 geheimnisvolle Mayaruinen, die ihr besuchen solltet. Und das Beste ist, sie sind garantiert nicht überlaufen!

 

# 1 Muyil

Umgeben von Urwald und etwa 20 km südlich von Tulum liegt diese Maya-Ausgrabungsstätte. Der größte Teil der Ruinen stammt aus der Zeit um 900 bis 1000 n.Chr. Muyil liegt inmitten des Naturschutzgebiet Sian Ka‘an, das man ebenfalls besuchen kann. Dort kann man schnorcheln, Kanu fahren oder Vögel beobachten.

  

 

Muyil soll Teil des Küstenhandels-Netzwerkes der Maya gewesen sein. Dieses zog sich mit einer großen Zahl an Standorten die Karibikküste entlang. 

 

Nachdem wir unseren Mietwagen abgestellt und ein kleines Eintrittsgeld an den Pförtner gezahlt haben, laufen wir in Richtung Wegweiser.

 

Nach ungefährt 100 Metern lehmigen Pfad durch den feuchten Urwald, stehen wir plötzlich vor einer Pyramide, dem Hauptgebäude von Muyil. 

 

Beeindruckend und ziemlich gut erhalten dafür, dass es so verlassen zu sein scheint. Komplett einsam und mitten im Urwald! Scheint ein Geheimtipp zu sein.

 

Niemand anderes ist hier...zumindest keine Menschen. Nur Mücken. Sie fangen an, um uns zu fliegen. Sie wollen uns sogar im Gesicht stechen. Das geschieht, obwohl wir uns vorsorglich und sehr großzügig mit Mückenschutz eingesprüht haben.

 

Pyramide von Muyil: El Castillo
Pyramide von Muyil: El Castillo

 

# 2 Ek Balam

Ek Balam bedeutet schwarzer Jaguar in der Mayasprache. Diese Ausgrabungstätte liegt im Inneren der Halbinsel Yucatan, 30 km von Valladolid und 170 km von Cancun entfernt.

 

Ek Balam wurden erst 1997 teilweise ausgegraben. Archäologen vermuten weitere Überreste dieser alten Stadt unter den zahlreichen Erdhaufen.

Die Stadt war umgeben von einer Stadtmauer, die man an bestimmten Punkten durchqueren konnte. Heute ist hiervon nicht mehr als ein merkwürdiges Gebäude übrig, eine Art Stadttor.

 

Ek Balam wird dominiert durch Gebäude 1 oder Akropolis. Dieses Gebäude hat mindestens 72 Zimmer und umfasst 6 Stockwerke. Es ist 130 m breit und 70 m lang und das größte erhaltene Mayagebäude im Norden Yucatans.

 

Akropolis oder Gebäude 1
Akropolis oder Gebäude 1

 

Besonders schön und beeindruckend finde ich oben auf der Akropolis den Schlangenmauleingang. Dieser hat zahlreiche Verzierungen und Stuckarbeiten, die zu einem großen Teil rekonstriuert wurden. Der Raum hinter dem Schlangenmaul soll für religiöse Zeremonien gedient haben.

Der Blick von hier oben über den grünen Urwaldteppich und die anderen Gebäude ist einmalig!

 

Schlangenmauleingang auf der Akropolis
Schlangenmauleingang auf der Akropolis
Blick auf Ek Balam von der Akropolis aus
Blick auf Ek Balam von der Akropolis aus

 

# 3 Sayil

Sayil liegt in der Nähe von Uxmal und südlich von Merida, im Inneren der Halbinsel Yucatan. Es liegt inmitten des Urwalds und ist eine kaum besuchte Ausgrabungstätte.

 

Bei meinem Besuch zahle ich auch hier ein kleines Eintrittsgeld von ca. 2 Euro an den Pförtner. Üblich ist, dass man in einem Gästebuch mit Datum und Herkunftsland unterschreibt.

 

Als ich in das Buch blicke, sehe ich, dass in den letzten 3 Tagen nur 2 Leute die Ausgrabung besucht haben. Unter den Gästen sind vor allem Deutsche, Franzosen oder Mexikaner.

 

Ich frage den Pförtner, ob er weiß, warum besonders viele Deutsche hier her kommen und grinse innerlich. Er kennt keine genaue Antwort und lächelt. Ja, es gibt wohl noch mehr Mayatempel-Verrückte wie mich in Deutschland!

 

In Sayil findet man einen Palast, mehrere tempelartige Gebäude und einen Ballspielplatz. Alles umgeben von dichtem Urwald. Der Palast war Regierungs- und Wohnsitz der Mächtigen zugleich.

 

Das Besondere an dieser Ausgrabungstätte aus dem Puuc-Stil sind die vielen schön verzierten Säulen und geometrische Ornamente. Hiermit haben sich die Mayas definitiv sehr kunstvoll verewigt! 

 

El Palacio
El Palacio

 

# 4 Labna

In der Nähe von Sayil liegt die Ruinenstätte Labna, was so viel heißt wie altes Haus. Die Blütezeit dieser Stadt soll zwischen 700 und 900 n.Chr. gewesen sein. Labna wird dem Puuc-Stil der Maya zugeordnet. Dieser zeichnet sich durch zahlreiche Ornamente, Verzierungen und Säulen aus. Diese Elemente sind ebenfalls in Sayil und Kabah zu erkennen.

 

El Palacio
El Palacio

 

In Labna gibt es einen Palast und die Überreste eines alten Mayawegs (Sacbe) sind ebenfalls zu sehen. Die Besonderheit ist ein schöner und sehr gut erhaltener Torbogen.

 

Bei meinem Besuch in Labna war es stickig heiß, es war ziemlich bedeckt und es sah nach Regen aus. Eigentlich das typische Wetter für die Zeit nach dem Sommer. Geregnet hat es zum Glück nicht. Aber meine Schuhe waren nach dem Besuch komplett verlehmt. So ist das nun mal, wenn man Entdecker spielt.

 

Typischer Torbogen
Typischer Torbogen

 

# 5 Kabah

Ebenfalls auf der sogenannten Puuc-Route und ganz in der Nähe von Sayil und Labna liegt Kabah. Wie viele der Mayaruinen in der Region wurde auch Kabah von seinen Siedlern vor Ankunft der Spanier verlassen.

In Kabah gibt es mehrere Palastanlagen, einen Torbogen, und viele nicht ausgegrabene Steinhaufen. 

 

 

Herausragend finde ich an den Gebäuden die zahlreichen geometrischen und menschliche Figuren, Ornamente und Hyeroglyphen.  

 

Die Fratzen am Palast der Masken sind ebenfalls eindrucksvoll. Ich finde sie sogar ein wenig angsteinflößend. Sehr viele liegen als große Steine lose direkt vor dem Gebäude. Sie liegen aber nicht etwa durcheinander, sondern feinsäuberlich aneinandergereiht.

 

Bei diesem Anblick hat man das Gefühl, diese Ruinen seien erst vor Kurzem entdeckt worden. Dabei wurde Kabah schon 1841 zum ersten Mal beschrieben.

 

Ostfassade vom Palast der Masken oder Codz Poop, Königsfiguren
Ostfassade vom Palast der Masken oder Codz Poop, Königsfiguren

 

Die Anlage erstreckt sich auf beiden Seiten der mexikanischen Bundesstraße 261, über die man auch mit dem Auto anreist. Kabah ist heute noch über einen alten Mayaweg, eine Sacbe, mit Nohpat und Uxmal, zwei alten Mayastädten, verbunden.

 

Nohpat ist eine noch nicht ausgegrabene alte Mayastadt, die Besuchern nicht zur Verfügung steht. Da sieht man mal, dass es in Yucatan noch viel auszugraben gibt und man noch lange nicht alles erforscht hat. Es gibt noch viel zu entdecken!

 

 

# 6 Mayapan

Südöstlich von Merida liegt Mayapan, eine alte Mayastadt, die zwischen den Jahren 1050 und 1400 n.Chr. besiedelt war.

Man kann ein kleines Déja-Vu erleben, wenn man die Hauptpyramide sieht. Sie ähnelt sehr stark der bekannten Kukulkan Pyramide von Chichen Itza, der weltbekannten alten Mayastadt.

 

Die Pyramide und die umliegenden Überreste gehören zum damaligen religiösen und administrativen Zentrum dieser Mayastadt.

 

Pyramide von Kukulkan
Pyramide von Kukulkan

 

Es gibt in Mayapan ebenfalls einen Rundtempel, der wohl ähnlich dem Caracol in Chichen Itza als Sternwarte verwendet wurde.

 

Bei aller Ähnlichkeit zwischen Mayapan und Chichen Itza, erfahre ich aus meinem Reiseführer (Mexiko Süden, Reise Know How), dass diese beiden Mayastädte sehr lange verfeindet waren.

 

Zuerst war das große und mächtige Chichen Itza ein Vorbild für die Einwohner aus Mayapan. Sie errichteten ähnliche Gebäude, doch dann haben sich die beiden mächtigen Städte sogar bekriegt. Mayapan besiegte ziemlich blutig letztendlich Chichen Itza, um später von einem Tolteken-Stamm zerstört zu werden.

 

Ganz in der Nähe der Kukulkan Pyramide befindet sich ein Wasserloch oder Cenote, der etwas unauffällig von einigen Pflanzen bedeckt wird. Ein Avocado-Baum ragt aus dem tiefen Loch mit klarem Wasser.

 

Diese Wasserquelle war nicht ganz unwichtig für die Stadt. Die damaligen Einwohner waren auf diese Cenote angewiesen. Es gibt nämlich so gut wie keine Bäche oder Flüsse auf ganz Yucatan, und daher ist Wasser eher rar.

 

Rundtempel im Hintergrund
Rundtempel im Hintergrund

 

# 7 Coba

Coba liegt an der Fernstraße zwischen dem Küstenort Tulum und Valladolid im Inneren von Yucatan. Es ist von der Küste Yucatans bequem zu erreichen und ist etwas frequentierter als meine anderen Geheimtipps. Es bietet sich ein Tagesausflug an.

 

Die Stadt war mal eine der größten Mayastädte auf der Halbinsel Yucatan. Wie viele andere wurde sie vor Ankunft der Spanier aus noch unbekannten Gründen verlassen.

 

Bei meinem ersten Besuch dieser Ausgrabung, war noch sehr wenig los. Bei meinem zweiten Besuch ein paar Jahre später gab es schon mehr Besucher. Coba ist immer beliebter geworden, da man dort die große Pyramide besteigen kann. Dies ist in Chichen Itza aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt.

 

Für eine kleine Gebühr und Trinkgeld habe ich mich vom Eingang zu den unterschiedlichen Gebäuden mit einer Rikscha fahren lassen. Der Rikscha-Fahrer, ein Maya, erzählt mir auf Spanisch mit starkem Akzent, was es hier zu sehen gibt.

Noch heute leben viele Mayas in Yucatan. Sie arbeiten auf dem Land oder in vielen Hotels und Läden in der ganzen Gegend. Bisher haben sie es geschafft ihre Kultur zu bewahren und sind sehr bemüht darum. Das finde ich bemerkenswert.

 

Pyramide von Nohoch Mul
Pyramide von Nohoch Mul

 

In Coba steht die größte besteigbare Pyramide, die Nohoch Mul. Die Höhe von 42 Metern ist entweder auf allen Vieren oder mit Hilfe des befestigten Seils zu überwinden. Einige Mutige gehen sie auch ganz cool hoch, als wäre es eine ganz normale Treppe.

 

Es ist aber viel schwieriger als es aussieht! Doch, wenn man oben angekommen ist, wird man mit einem grandiosen Blick über den Urwald und die anderen Gebäude von Coba belohnt. Die Vegetation geht bis zum Horizont und wirkt dabei wie ein grüner Teppich.

 

Das Gelände ist riesig. Es hat neben Nohoch Mul noch weitere pyramidenähnliche Gebäude, wie das Observatorium, zu bieten. Zahlreiche Stelen oder kleine Säulen und auch ein Ballspielplatz können besichtigt werden.

 

Auf dem Gelände ist es sehr ruhig, was auch ein bisschen für Erholung sorgt. Es fühlt sich fast meditativ an diese Ruinen zu besichtigen! 

Die Besuchermengen, die man am Eingang und auf dem Parkplatz gesehen hat, verlaufen sich hier sehr gut. Man hat sehr oft das Gefühl, die Anlage fast für sich allein zu haben.

 

Observatorio
Observatorio

 

So, das waren meine Geheimtipps zu Mayaruinen auf Yucatan.

Wart ihr auch schon dort? Hat euch der Artikel gefallen? Ich würde mich über eure Meinung oder Kommentare freuen!

Ich heiße Samantha, wohne zur Zeit in einer Kleinstadt in Baden-Württemberg. Meine Leidenschaft ist das Reisen. Ich bin geboren und aufgewachsen in Südamerika und bin schon als Kind mit meinen Eltern viel und weit gereist. Ich leide ständig unter Fernweh, erkunde aber auch sehr gerne meine nächste Umgebung. Ich lebe nach dem Motto: Nach der Reise ist vor der Reise! Lass dich von meinen Reiseberichten und Tipps inspirieren!

Kommentare: 2
  • #2

    Samantha (Donnerstag, 14 Dezember 2017 07:25)

    Hallo Céline!

    Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich habe mich sehr gefreut :)

    ich war schön öfters in Mexiko...ich glaube 6-7 Mal. ich finde das Land einfach toll...es gibt so viel zu sehen. Yucatan ist etwas ganz besonderes!
    Und ich werde dieses schöne Fleckchen Erde nochmals besuchen....nächstes Mal möchte ich die Mayastadt Calakmul erkunden. Ich freue mich schon.

    Klar, ich gehe gerne auch auf deine Website. Verrate mir doch mal, wie sie heißt :)
    So können wir uns austauschen und in Kontakt bleiben!

    Viele Grüße (ebenfalls aus der Schweiz),
    Samantha

  • #1

    Céline (Mittwoch, 13 Dezember 2017 22:08)

    Hallo Samantha,

    Ein sehr schöner Blogbeitrag! Ich habe ein Jahr in Merida gewohnt und bei einer Reiseagentur gearbeitet, weshalb ich mich auch ein bisschen besser auskenne :) Ich liebe Yucatan und die Kultur der Mayas. Ich finde vor allem Ek Balam ist völlig unterbewertet. Alle wollen nach Chichen Itza, obwohl Ek Balam genau so aufregend ist. Geben wir zu, Chichen ist schon etwas Besonderes aber die Touristenmengen, die sich dort tummeln, kann ich nicht lange aushalten :P Wie lange warst du denn in Yucatan, dass du so viele schöne Orte besucht hast? Ich vermisse Mexiko schon sehr, vor allem jetzt über die kalten Wintermonate möchte ich liebend gerne wieder zurück.

    Ich habe auch erst gerade mit dem Bloggen begonnen. Wenn du Lust hast, kannst du ja auch einmal auf meiner Seite vorbeischauen :)

    Liebe Grüsse aus der Schweiz, Céline