Städtetrip Lissabon: Was dieses Reiseziel Jetzt so beliebt macht

 

Lissabon: das perfekte Städteziel für die Wintermonate

Auf der Suche nach einem Reiseziel für einen Städtetrip Anfang Dezember bin ich auf Lissabon gestoßen. Keine andere europäische Metropole ist zur Zeit so angesagt wie die Stadt am Tejo. Lissabon beeindruckt durch ihre Lebendigkeit und Dynamik, ihr südländisches Lebensgefühl, ihre Geschichte und ihr gastronomisches Angebot.

 

Ich wollte ein paar Tage dem Winter entkommen. Bei diversen Reiseblogs (22 places, travelontoast) hatte ich gelesen, dass die Haupstadt Portugals ein recht beliebtes Reiseziel zu dieser Jahreszeit ist. Auch im Frühling und Herbst ist Lissabon gut besucht. Dann ist es natürlich wärmer als im Dezember oder Januar.

  

 

In der Hauptstadt Portugals herrscht im Winter Nebensaison, die Stadt ist nicht so voll und die Hotelpreise nicht so hoch. Zu dieser Zeit kann es allerdings manchmal regnen. Am besten den Regenschirm mitnehmen. 

 

Klar, im Sommer gibt es in Lissabon eine Gutwetter-Garantie, habe ich mir sagen lassen: blauer Himmel, viel Wärme und kein Regen. Doch in der Stadt wird es zu dieser Jahreszeit zum Teil wohl erdrückend heiß und ohne Hut geht wegen der starken Sonne gar nichts.

  

 

Hinkommen und Übernachten

Beim Durchforsten der Flugverbindungen habe ich ab Basel einen passenden Flug für ein verlängertes Wochenende in der Stadt gefunden. Der Preis war mit 60 Euro ebenfalls sehr günstig, so dass ich direkt gebucht habe.

 

Lissabon wird von vielen Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeflogen. Sowohl Billigflieger wie Easyjet oder Eurowings, als auch andere Fluglinien wie Swiss und Lufthansa verbinden die Stadt am Tejo das ganze Jahr über.

 

Nach der Landung fahre ich mit der Metro zu meiner Unterkunft. Das Gute daran ist, der Flughafen Lissabon hat eine direkte Verbindung in die Stadt und das Ganze ist mit 1.50 Euro pro Strecke unschlagbar günstig. Die U-Bahn in Lissabon kann aber durchaus sehr voll werden.

Die Viva Viagem Fahrkarte ist an zahlreichen Automaten wieder aufladbar und gilt für die Tram, die Standseilbahn, die Metro und sogar die Fähren in der Stadt.

  

 

Wer es bequemer haben möchte, kann das Taxi nutzen. Die Fahrt von der Innenstadt aus dauert 20 bis 30 Minuten und kostet ca. 15 Euro.

 

Das Angebot an Unterkünften ist in Lissabon sehr groß: es gibt luxuriöse Hotels (die trotzdem noch bezahlbar sind), einfache Pensionen und viele moderne Ferienwohnungen. Ich habe mich für die Pensao Londres entschieden: günstig, zentral gelegen im Bairro Alto und mit Stil. Diese Unterkunft wird vom Reisemagazin Geo Saison (Ausgabe 09/17) empfohlen. 

Von einigen Zimmern hat man einen tollen Panoramablick über die Stadt und den Fluss Tejo. Was will man mehr?

 

 

Praça do Comercio: Lissabons schönster Platz

Mein Spaziergang durch die Stadt beginnt relativ früh am Hauptplatz der Stadt. Hier ist noch sehr wenig los. Die Sonne liegt ziemlich tief. Das Schöne daran ist, dass er auf der einen Seite offen ist und den Blick über die Tejomündung erlaubt.

 

Bis 1755 befand sich an dieser Stelle das königliche Uferschloss Portugals. Ein verheerendes Erdbeben zerstörte damals fast die ganze Stadt. Danach erhielt das Gelände seine jetzige U-Form. Das heutige Gebäude in warmem gelb mit zahlreichen Arkaden und dem großen Torbogen erinnert an die Handelsgröße und Macht Portugals.

 

 

Weiter geht es an einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Lissabons vorbei: dem Elevador de Santa Justa. Die markante Stahlkonstruktion ist 45 m hoch und wurde 1902 erbaut.

 

Dieser Personenaufzug verbindet Baixa, das Geschäftviertel, mit dem höher gelegenden Stadtteil Chiado. Von oben aus hat man einen tollen Blick auf die Stadt. Die Schlange ist aber leider länger je später man hoch möchte. Der Elevador war sogar schon Tatort eines deutschen Krimis im ZDF.


 

Lissabons Gegensätze: Chiado und Bairro Alto

Chiado ist ein Viertel der westlichen Oberstadt. Früher war es einer der Stadtausgänge zu den nahegelegenen Klöstern und Landgütern. Heute ist es als elegante Einkaufsgegend mit teuren Boutiquen, kleinen Läden mit portugiesischen Süßigkeiten oder Cafés wie das berühmte La Brasileira. Hier wurde früher ausschließlich Kaffee aus dem brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais serviert.

 

Bei meinem Besuch in Chiado habe ich viele Baustellen und Kräne beobachten können. Ganze Hausfassaden sind mit Planen bedeckt. Nirgendwo in Lissabon ist die Gentrifizierung so zu spüren: internationale Investoren kaufen alte Häuser auf und renovieren sie zu schicken Stadtwohnungen. 

 

 

 

Hier in Chiado habe ich auch die Tram 28 oder Electrico 28 bestiegen. Die weltbekannte Lissaboner Sehenswürdigkeit ist früh am morgen noch ziemlich leer, später bekommt man keinen Sitzplatz mehr.

 

Eine Fahrt mit der Tram aus den 30er Jahren ist ein Erlebnis und ebenfalls praktisch. Sie verbindet die meisten Altstadtviertel und Sehenswürdigkeiten der Stadt miteinander und fährt dabei durch die teils sehr engen und steilen Gassen.

 

 

Meine Unterkunft liegt im angrenzenden Viertel Bairro Alto oder Oberstadt. Dieser Teil Lissabons wurde zum größten Teil vom verheerenden Erdbeben von 1755 verschont. 

Im 19. Jahrhundert lebten hier die Handwerker und einfachen Angestellten, danach zogen Zeitungsverlage und Redaktionen hierher. 

 

Heutzutage ist das Bairro Alto mit seinen schmalen Gassen das Ausgehviertel der Stadt. 

Diese Gegend zieht sehr viele junge Leute an. Man findet alte und neue Restaurants und Bars. In einigen Bars oder Tascas wird Fado, ein lokaler melancholischer Musikstil, live gespielt und gesungen.

 

Hier probiere ich auch portugiesische Tapas bestehend aus eingelegten Oliven, Ziegenkäse, Pata-Negra-Schinken, Brot und Gemüsemarmelade.

Tagsüber kann in den kleinen Boutiquen eingekauft werden. Auch winzige Lebensmittelläden sind hier zu finden. 

 

 

 

Das Bairro Alto kann über eine der Standseilbahnen Elevador da Gloria oder natürlich auch zu Fuß erreicht werden. Leider war diese Seilbahn bei meiner Unterkunft außer Betrieb. Ich war vom frühen Aufstehen noch unglaublich müde und musste mit meinem Handkoffer den ziemlich steilen Weg zu meinem Hotel hochkragseln. 

 

Neben Lissaboner Streetart können auch überall in der Stadt die weltberühmten Azulejos bewundert werden. Dies sind meist bunt bemahlte und glasierte Keramikfliesen.

Sie zeigen oft Landschaften, ganze Szenen der Geschichte oder nur Blumen und geometrische Figuren. Es sind beeindruckende Kunstwerke.

 

Diese Handwerkskunst hat ihren Ursprung in der arabischen Vergangenheit Portugals. Azulejos bedecken nicht selten ganze Hausfassaden oder Innenräume und werden seit einiger Zeit leider gestohlen. 

Wer mehr über diese Kunstwerke erfahren möchte, kann das Azulejo-Museum in Lissabon besuchen.

 

 

Ausflug nach Belem: Viel Geschichte vor den Toren der Stadt

Am zweiten Tag führt es mich nach Belem, zu deutsch Bethlehem. Ich fahre mit dem Zug ab Cais do Sodré. Die Fahrt kostet ca. 3 Euro und dauert 20 Minuten.

 

Belem liegt etwas außerhalb an der Tejo-Mündung. Dieser Stadtteil Lissabons hat zahlreiche historisch bedeutende Sehenswürdigkeiten wie das Mosteiro dos Jeronimos. Das Kloster wurde im seltenen manuelinischen Stil erbaut und ist einzigartig.

 

 

Mich beeindrucken die reich verzierte Fassade, die indischen Elemente überall und der fensterlose Innenraum der Kirche mit seinen Säulen. Hier befinden sich die Gräber mehrerer portugiesischer Könige und deren Kinder sowie bedeutende Schriftsteller und Dichter. 

 

Auch den Sarkophag des Entdeckers und Seefahrers Vasco da Gama habe ich hier gesehen. 

Vasco da Gama hat den Seeweg von Europa nach Indien gefunden und war der zweite Vizekönig Portugiesisch-Indiens. 

 

Die Kirche vom Mosteiro dos Jerónimos kann übrigens kostenlos und ohne langes Schlangestehen besichtigt werden. Einfach mutig rechts an der langen Schlange für die Klosterbesichtigung vorbei gehen...

 

 

In Belem befindet sich außerdem die Konditorei Pasteis de Belem, die vor rund 180 Jahren die weltberühmten Törtchen mit selbigem Namen erfunden hat. Die süße portugiesische Leckerei aus knusprigem Blätterteig und Eiersahnecreme schmeckt himmlisch.

 

Wahlweise kann man im Inneren der Pastelaria die Puddingtörtchen bequem am Tisch genießen oder an der Theke einige in einer Tüte kaufen. Das Lokal ist bei meinem Besuch morgens um 10 Uhr sehr gut besucht. Die Leute stehen ewig Schlange für die bekannten Kalorienbomben.

 

Aber ich verspreche euch, ein Pastel de Belem wird nicht genug sein. Kauft also gleich mehrere, denn sie sind unglaublich lecker und mit 1 Euro zudem sehr günstig!

 

 

An der Tejo-Mündung in Belem ist ein etwas neueres Denkmal zu sehen, der Padrao dos Descubrimentos oder zu deutsch Stein der Entdeckungen.  

 

Dieses Monument wurde 1960 errichtet und zeigt 33 wichtige portugiesische Persönlichkeiten und soll an die Zeit der Entdeckungen Portugals erinnern.

 

 

Da die Portugiesen herausragende Seefahrer waren, wurde von König Manuel I der Torre de Belem errichtet. Dieser Turm sollte ab 1515 als Leuchtturm funktionieren und die ankommenden Seefahrer begrüßen aber auch die Einfahrt Lissabons vor Feinden beschützen.

 

Heutzutage kann der beeindruckende und reich verzierte Turm an der Tejomündung besucht werden. Die Aussichtsplattform kann gegen Gebühr betreten werden.

 

Wenn man wie ich keine Lust auf die Schlange hat, ist der Turm von außen auf jeden Fall auch einen Besuch wert. 

 

 

Alfama: mein Lieblingsviertel in Lissabon

Alfama liegt zwischen der Burg Castelo Sao Jorge, erbaut durch die Mauren, und dem Tejo-Ufer. Der Name kommt ursprünglich aus dem arabischen al-hamma für Bäder oder Quellen.

 

Früher war Alfama das Stadtteil der Reichen, später der Ärmeren und Fischer. Heute ist dieser Teil der Stadt touristisch sehr bedeutend. Das Altstadtviertel erlitt beim Erdbeben von 1755 kaum Schäden, so dass seine Gassen und labyrinthartige Straßen erhalten blieben. 

 

 

In Alfama liegt die Kathderale Se Patriarcal, auch Igreja de Santa Maria Maior genannt. Dieses Bauwerk ist uralt und wurde ab dem Jahre 1147 erbaut.

Die Hauptkirche Lissabons befindet sich auf dem ehemaligen Standort einer Moschee. Den Innenraum mit seinem sehr hohen Gewölbe und seiner Atmosphäre finde ich besonders beeidruckend.

 

 

Sehenswert sind in Alfama auch die schönen Aussichtspunkte, wie der Miradouro de Santa Luzia. Von hier aus sehe ich Alfama und den Hafen mit der MS Artania, dem deutschen Kreuzfahrtschiff der ARD-Sendung Verrückt nach Meer. Was für ein Zufall!

 

In Lissabon gibt es mehrere solche Miradouros, von denen die Stadt, der Tejo und das Meer oder die umliegende Region bestaunt werden können. Oft findet man dort auch eine Bar oder ein Café, um bei einem Getränk die Atmosphäre zu genießen.

 

 

Lissabon ist auch ein Reiseziel für Foodies und Feinschmecker. Das Essen ist sehr abwechslungsreich und es gibt sehr viel Leckeres zu probieren.

 

Wer Fisch, guten Wein und Käse mag, ist hier genau richtig! Zudem ist die Auswahl an portugiesischem Süßgebäck schier endlos. Da ist der weltberühmte Pastel de Belem nur der Anfang!

 

Wenn du mehr zu den kulinarischen Highlights meines Besuchs erfahren möchtest solltest du in Kürze in meinen Beitrag Lissabon für Feinschmecker hineinschauen.

 

 

Mein Fazit: Lissabon hat mich begeistert. Ich werde definitiv wieder kommen. Die nächsten Reisen nach Portugal mit den Azoren und Porto sind auch schon gebucht. Ich freue mich schon!

 

Warst du auch schon in Lissabon oder Portugal? Welche Tipps hast du für die Stadt am Tejo? Ich würde mich über deine Kommentare freuen.

 

Ich heiße Samantha, wohne zur Zeit in einer Kleinstadt in Baden-Württemberg. Meine Leidenschaft ist das Reisen. Ich bin geboren und aufgewachsen in Südamerika und bin schon als Kind mit meinen Eltern viel und weit gereist. Ich leide ständig unter Fernweh, erkunde aber auch sehr gerne meine nächste Umgebung. Ich lebe nach dem Motto: Nach der Reise ist vor der Reise! Lass dich von meinen Reiseberichten und Tipps inspirieren!

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