Unverwechselbares Malta: Tipps für eine Kurzreise

 

Als ich ins Flugzeug stieg, war es in Deutschland schon sehr herbstlich. Auf Malta erwarteten uns jedoch sonnige 30°C, und das nur 2 Stunden Flugzeit entfernt. Eine schöne Auszeit vom kalten und nassen Wetter also.

 

Malta, die Inselgruppe südlich von Sizilien, besteht aus mehreren Inseln. Nur die größte der Inseln, Malta, sowie Gozo und Comino sind bewohnt. Malta ist sehr trocken und hat mehr als 300 Sonnentage im Jahr. Es regnet sehr selten, die Sommer sind sehr heiß und die Winter mild.

 

 

Über dieses Reiseziel streiten sich die Geister: die einen finden Malta umwerfend, die anderen kehren sehr enttäuscht von dort zurück.

Letzteres mag daran liegen, dass manche Besucher die Insel nur mit dem Ziel besuchen einen perfekten Badeurlaub zu erleben.

 

Doch dafür sind, meiner Meinung nach, die schönen Strände und Badebuchten entweder völlig überfüllt, wie auf der Nachbarinsel Gozo im Sommer, oder sehr abgelegen und nur schwer zu erreichen.

 

Klar, wer mehr Zeit für Malta außerhalb der Saison mitbringt, kann einen entspannten Badeurlaub dort verbringen. 

 

 

Malta - eine Insel mit lebendiger Geschichte

Wer nach Malta kommt, sollte kulturinteressiert sein, denn Malta hat eine sehr bewegte Geschichte und daher viel für einen Kurztrip zu bieten. Die Maltesische Kultur wurde geprägt von mehreren mediterranen Großreichen, den Römern, Byzantinern, Karthagern und Arabern.

 

Dann kamen die Ritter des malteser Ordens. Malta war bis ins letzte Jahrhundert britische Kolonie. Dies erkennt man an den roten Telefonzellen, die man in Valetta noch finden kann.

 

Religion und Brauchtum sind vor allem vom römisch-katholischen Italien beeinflusst, die maltesische Sprache von den Arabern. Kulinarisch ist es auch eine Mixtur aller Einflüsse und deshalb nicht alltäglich.

 

Man kann auf Malta wohl auch gut feiern und Party machen. Und die Briten tun dies sehr gerne. Das habe ich mir nicht nur sagen lassen, sondern auch gespürt.

 

Unsere Unterkunft, ein Appartementstudio, lag nämlich direkt gegenüber von Valetta im Ausgehviertel Sliema. Es war laut, aber der Blick auf Valettas Altstadt bei Nacht dafür unbezahlbar.

 

 

La Valetta: die kleinste Hauptstadt Europas

Am Morgen nach unserer Ankunft sind wir direkt vom Bootsanleger günstig und schnell mit der Fähre von Sliema nach La Valetta geschippert. In Valetta, Europas kleinste Hauptstadt, gibt es viel zu sehen.

  

Das kulinarische Angebot in der Hauptstadt ist vielfältig. Maltas Küche ist mediterran mit englischen und nordafrikanischen Einflüssen. Überall kann man in Cafés und Restaurants sitzen und sich typisch maltesische Gerichte wie Lampuki (besondere Goldmakrele) oder Kaninchen schmecken lassen. Ein Glas maltesischer Wein gehört ebenfalls dazu.

Die maltesische Ko-Kathedrale (die Kathedrale der Insel steht in der Stadt Mdina) beeindruckt mit ihrem sehr kunstvoll dekorierten Innenraum aus dem Barock.

 

Schön anzuschauen ist auch die Upper Barraka Garden mit Blick auf den Hafen, wo die Kreuzfahrtschiffe anlegen. Rote Telefonzellen überall in Valetta deuten zudem auf Maltas britische Kolonialvergangenheit...

 

Auch heutzutage kommen viele Briten für einen Urlaub auf die Insel. Viele Sprachschüler besuchen die Insel für einen Englischkurs, denn Maltas zweite Amtssprache ist Englisch.

 

Im Sommer und Herbst kommen die Kreuzfahrtschiffe und ankern in La Valetta. Es zahlt sich aus, etwas früher in der Stadt unterwegs zu sein. Dann entkommt man dem Gedränge der vielen Reisegruppen und kann in aller Ruhe die Ko-Kathedrale besuchen und auf sich einwirken lassen.

 

 

Mdina: Ausflug ins Inselinnere 

Ein Besuch in der mittelalterlichen und sehr gut erhaltenen Stadt Mdina im Inselinneren lohnt. Mdina, die ehemalige Hauptstadt Maltas und "Stadt der Stille" liegt im westlichen Zentrum der Insel. Bei unserem Besuch war nicht viel los. Ein schöner Kontrast zu dem trubeligen Sliema.

 

Mit ihren vielen schmalen Gassen ist Mdina von einer Festungsanlage umgeben, so dass man sich schnell ins Mittelalter versetzt fühlt. Die Strecke nach Mdina kann bequem mit dem Taxi zurückgelegt werden (Preis ca. 25 Euro). Dass in Mdina Szenen von der amerikanischen Fantasy-Serie Game of Thrones verfilmt wurden, versteht jeder, wenn man sieht wie gut die Stadt erhalten ist.

 

 

Sehenswert und ziemlich geschichtsträchtig ist in Mdina die Kathedrale von Malta, St. Paul. Sie ist prunkvoll geschmückt und sehr schön. Besonders fasziniert hat mich an der Kathedrale der Boden, der mit farbigen Marmorgrabplatten ausgelegt ist.

 

Hier wurden Adelige und Personen aus der katholischen Kirche, wie Pfarrer und Bischöfe aus Malta beigesetzt. Ein beeindruckendes Kunstwerk zu meinen Füßen. Aber eigentlich zu schön um drüber zu laufen!

 

 

In den schmalen Gassen von Mdina kann man sich schonmal verlaufen...oder man setzt sich in ein Restaurant mit herrlicher Aussicht auf die Umgebung der Stadt. Aber Vorsicht, hier kann es sehr windig sein.

 

 

Nach dem verlängerten Wochenende auf der Insel Malta, kann ich sagen, ich werde wieder kommen. Die Geschichte der Insel und der Kulturenmix haben mich begeistert. Nächstes Mal werde ich definitv einen Abstecher auf die Nachbarinseln unternehmen. Auch ein Besuch der Stadt Rabat im Inselinneren steht auf meiner Liste.

 

Hat euch der Artikel gefallen? Wart ihr auch schon auf Malta? Ich würde mich über eure Kommentare oder Tipps für meinen zweiten Besuch freuen.

 

Ich heiße Samantha, wohne zur Zeit in einer Kleinstadt in Baden-Württemberg. Meine Leidenschaft ist das Reisen. Ich bin geboren und aufgewachsen in Südamerika und bin schon als Kind mit meinen Eltern viel und weit gereist. Ich leide ständig unter Fernweh, erkunde aber auch sehr gerne meine nächste Umgebung. Ich lebe nach dem Motto: Nach der Reise ist vor der Reise! Lass dich von meinen Reiseberichten und Tipps inspirieren!

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