Enttäuschungen auf Reisen: Meine drei Reiseflops

Eigentlich schreibe ich als Reisebloggerin gerne über die schönen und spannenden Reisen, die ich mache. Ich möchte euch gute Tipps für günstige und lohnenswerte Ziele geben. Ihr sollt, wie ich, möglichst viel von der Welt sehen. Denn es gibt sehr viele unfassbar tolle Orte und Dinge zu erleben.

 

Es ist aber nicht überall toll und sehenswert. Es gibt auch unterwegs Reiseflops und Enttäuschungen. Auch ich habe schon Ziele besucht oder Situationen gehabt, wo ich gedacht habe: Das geht gar nicht. Oder ich habe mich schwarz geärgert, dass ich auf die Idee gekommen bin einen bestimmten Ort zu besuchen und dort meine kostbare Zeit zu verbringen. 

 

Normalerweise plane ich meine Trips und Ausflüge sehr gut. Ich recherchiere, lese andere Reiseblogs und informiere mich über die Sehenswürdigkeiten vor Ort. Ist es wirklich so schön, so interessant, so einzigartig?

Trotz dieser großen Vorarbeit wurde ich auch schon von Reisezielen oder Aktivitäten enttäuscht.

 

Klar, über Geschmack lässt sich streiten. Was ich nicht so toll finde, mag jemand anders als abenteuerlich, unterhaltsam oder sogar idyllisch empfinden.

Ich erzähle euch nun von meinen größten Enttäuschungen auf Reisen.

 

Reiseflop 1 : Key West und die Florida Keys

Im Süden von Florida und ca. 4 Stunden mit dem Auto von Miami entfernt, liegen die Florida Keys mit ihrer Hauptstadt Key West. Die Inseln sind als Koralleninseln bekannt und werden für paradiesischen Urlaub angepriesen.

 

Werbeprospekte in meinem Hotel zeigen die Keys als Idyll mit weißen Sandstränden, hohen Kokospalmen und klarem, türkisfarbenem Meer. Die typische Architektur der Häuser und das Ambiente der Keys sollen ein ganz anderes Lebensgefühl verbreiten. 

 

Ich bin schon öfters in Miami gewesen. Bei diesem Besuch wollte ich meine Zeit nicht nur als Schnäppchenjägerin beim Shoppen verbringen. Ich wollte etwas mehr unternehmen als nur am Ocean Drive zu flanieren oder im Meer zu baden. Das Meer und der Strand in Miami Beach sind wunderschön. Ich wollte aber etwas von der Umgebung sehen und habe mich entschlossen, die Florida Keys bis Key West mit dem Auto zu besuchen.

 

Strand von Miami Beach
Strand von Miami Beach

 

Die Fahrt ist lang, nicht zuletzt weil es eine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt und der Highway nicht überall mehrspurig ausgebaut ist. Die Inselgruppe der Keys besteht aus mehreren ziemlich lang gezogenen Inseln, die über Brücken verbunden sind. 

 

Nach ca. 2 Stunden fahre ich das erste Mal auf eine der Inseln, den Key Largo. Voller Vorfreude und Spannung auf das was mich erwartet, mache ich eine kurze Pause und sehe mich um. Bisher noch keine Spur von weißen, palmengesäumten Sandstränden. 

 

Dann geht es über die Seven-Mile Bridge weiter. Ich lege mehrere Zwischenstopps ein. In einem Souvenirshop werden Muscheln aus Norwegen und Handarbeiten Made in China angeboten. Erstmal nicht so toll. Aber bald sollte ich in Key West am äußersten Ende der Inselkette sein! Die Spannung stieg.

 

Doch leider enttäuschte mich der Hauptort der Keys ebenfalls. Viele heruntergekommene und verlassene Häuser. Ein winziger Strand mit stinkendem Brackwasser und voller Algen. Weit und breit kein einziger Badegast zu sehen. 

 

Die einzigen Sehenswürdigkeiten scheinen das Wohnhaus von Hemingway und der südlichste Punkt der kontinentalen Vereinigten Staaten zu sein. Dort sind zahlreiche Besucher, die sich direkt vor dem Poller ablichten lassen. Das blöde ist nur, diese Stelle ist nicht mal der südlichste Punkt der kontinentalen USA. Dieser befindet sich in Wirklichkeit woanders, nämlich auf US Armee-Stützpunkt Whitehead Spit.

 

Um mich vor der Rückfahrt zu stärken, esse ich ein Stück Key Lime Pie. Dieses süßsaure und zitronige Dessert ist typisch für diese Region und schmeckt mir wenigstens!

Die Florida Keys haben leider nicht das erfüllt, was sie versprachen.

 

Reiseflop 2: San Andres Island

Die Insel gehört zu Kolumbien und liegt in der Karibik vor der Küste Nicaraguas. 

 

Während meiner Kindheit und Jugend, die ich in Kolumbien verbrachte, habe ich immer wieder gehört wie idyllisch die Insel San Andres sein soll. Viele unserer Freunde oder Bekannte, auch Klassenkameraden mit ihren Eltern besuchten San Andres und schwärmten davon.

 

Meine Eltern sind auch mal auf der Insel gewesen. Allerdings ist das schon etwas länger her, ihr Besuch fand Anfang der 80er Jahren statt.

 

Es war Zeit, nun selbst die Insel zu besuchen. Nach einem drei stündigen Flug landen wir auf einer etwas holprigen Piste. Nach dem wir unser Gepäck hatten, fuhren wir in unser Hotel in San Luis, südlich vom Hauptort der Insel.

 

Leider machte die Insel keinen guten Eindruck. Es gab sehr viel Verkehr, die Mopeds fuhren kreuz und quer. Das Wirrwarr auf den Straßen erzeugte viel Stress beim Fahren.

 

Nach dem unfreundlichen Empfang im Hotel und dem Einchecken war die Enttäuschung über unser Reiseziel groß.

 

Die Strände sind voller Müll und Scherben und komplett sich selbst überlassen. Sie sind sehr schmal und durch zahlreiche Wirbelstürme ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden. Nachträgliche Pflege oder Instandhaltung fanden nach Auskunft einiger Einheimischer nicht statt. 

Die Strände sehen überhaupt nicht so aus, wie in den Werbeprospekten oder Fotos meiner Freunde!

Baden ist leider nur noch im Hauptort im Norden und in einer privaten Bucht meines Hotels möglich. 

 

 

Seit den 80er Jahren sind sehr viele Leute vom kolumbianischen Festland nach San Andres ausgewandert. Die Bevölkerung ist seitdem explodiert und die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch. Auch Kriminelle vom Festland verstecken sich hier vor der kolumbianischen Justiz, so steht es in der Zeitung. Da bekomme ich kein gutes Gefühl.

 

 

Unser Ausflug durch das Inselinnere war leider auch nicht besser. Heruntergekommene Straßen und zweifelhafte Gestalten machen unsere Tour mit dem Golf-Auto nicht sehr angenehm.

Später erfahre ich, dass einige Touristen auf ihren Fahrten durch das Inselinnere überfallen und ausgeraubt worden sind.

 

Da geht es mir kalt den Rücken runter. Und ich frage mich, warum so viele Leute diese Insel so idyllisch finden?

Als wäre das alles nicht ärgerlich genug, sind wir während unseres Aufenthaltes auf der Insel alle samt richtig krank geworden.

 

Ein Taxifahrer auf San Andres erzählte uns das sei normal, alle Touristen würden am Anfang ihrer Reise richtig krank werden. Es würde am Wasser liegen. Obwohl wir kein Leitungswasser getrunken oder für das Zähneputzen verwendet haben, werden alle Küchengegenstände und Geschirr mit dreckigem Leitungswasser gewaschen. Es gibt somit praktisch kein Entkommen.

 

Reiseflop 3: Aruba

 

Aruba ist eine Insel in der Karibik. Sie gehört die zu den holländischen Antillen oder ABC-Inseln (Aruba, Bonaire und Curacao) nördlich von Venezuela. Aruba ist die touristische von den dreien und die kleinste.

 

Reisekataloge und Fotos im Internet versprechen wunderschöne weiße und endlose Sandstrände. Skurril geformte Divi-Divi-Bäume verzieren idyllische und einsame Badebuchten. Malerische Häuserfronten im holländischen Stil locken Kultur- und Geschichtsinteressierte. So auch mich.

 

Die Realität ist aber leider eine andere.

Ja, Aruba hat schöne und lange Strände. Doch leider sind es nicht viele, und sie sind überlaufen. Eagle Beach ist in der Tat schön: schneeweißer, feiner Sandstrand und endlos lang. In der Hauptsaison leider überlaufen.

Die Strandliege kostet 30 USD pro Tag, ziemlich happig.

 

Einige der Strände wiederum sind nur mit dem Mietwagen zu erreichen, so auch Arashi Beach. Dieser idyllische Strand im Norden ist ebenfalls sehr schön, aber ziemlich überlaufen. Man muss fast über die Leute steigen, wenn man ins Wasser möchte.

Einige Badegäste, die meinen Schattenplatz am Arashi Beach begehrten, fragten mich, wie lange ich denn bleiben würde. Und ob sie ihre Badesachen schon mal da lassen könnten für später, wenn ich weg bin. Ziemlich dreist. Das habe ich so noch nicht erlebt!

 

Zu meiner Erfahrung auf Aruba kamen noch große Hotelblöcke, lauter amerikanische Fastfoodketten und Horden von Kreuzfahrttouristen.

Die Preise in den Restaurants sind gesalzen: ein Hauptgericht in der Nähe meines Hotels in Palm Beach kostete ab 40 USD - ohne Getränke. Woanders auf der Insel war es aber nicht viel günstiger.

 

Die meisten Strandhotels auf Aruba sind sehr teuer und alles kostet extra. Die Nacht kostet im Durchschnitt 160 Euro für 2 Personen, und das ohne Frühstück. Die Übernachtung mit all-inclusive sollte in meinem Hotel bei Palm Beach mindestens 300 Euro kosten. Das ist schon sehr teuer verglichen mit anderen Zielen in der Region!

 

Ein authentisches Antillenerlebnis suchte ich ebenfalls vergeblich. Mehr als ein paar malerische Häuserfronten im holländischen Stil gab es in der Hauptstadt Oranjestad nicht zu sehen. Dazu kam noch, dass ich von zahlreichen Kreuzfahrttouristen durch den Ort geschoben wurde.

 

Aruba ist sehr trocken. Meine Tour mit dem Mietwagen über die Insel war wie eine Fahrt in die Wüste: alles kahl und einfach nichts Interessantes zu sehen außer ein paar Dornbüsche und Divi-Divi-Bäume. Schade.

Die Insel kommt mir eher wie ein All-Inclusive Urlaubsort für amerikanische Springbreak-Touristen vor. Oder für Urlauber, die ihren zweiwöchigen Urlaub nur im Hotel verbringen möchten und keine weiteren Pläne haben.

 

Ich gebe zu, diese Reise-Enttäuschung lag wahrscheinlich auch an meiner eigenen Planung. Um die Kosten zu reduzieren, hätte ich nicht am sehr touristischen Palm Beach übernachten müssen. Eine Ferienwohnung für Selbstversorger in der Nähe des Eagle Beach wäre für mich besser gewesen.

 

Anderen Reisebloggern wie Anja von Travel on Toast oder Before We Die hat Aruba sehr gut gefallen. Über Geschmack lässt sich eben streiten.

 

 

Das waren meine 3 größten Enttäuschungen auf Reisen.

 

Welche Reiseflops habt ihr erlebt? Ich bin gespannt von euch zu hören!

Ich heiße Samantha, wohne zur Zeit in einer Kleinstadt in Baden-Württemberg. Meine Leidenschaft ist das Reisen. Ich bin geboren und aufgewachsen in Südamerika und bin schon als Kind mit meinen Eltern viel und weit gereist. Ich leide ständig unter Fernweh, erkunde aber auch sehr gerne meine nächste Umgebung. Ich lebe nach dem Motto: Nach der Reise ist vor der Reise! Lass dich von meinen Reiseberichten und Tipps inspirieren!

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